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Strukturdatenanalyse und Interviews

Durch eine Strukturdatenanalyse sowie qualitative Interviews nehmen wir die aktuelle Ausgangslage vor Ort in den Blick. Wir befragen Schlüsselakteure, was im Hinblick auf eine zukunftsfähige und gerechte Entwicklung (weltweit und in der eigenen Gesellschaft) bereits gut läuft und was konkret noch getan werden kann. Dadurch bekommen sicherlich auch Sie einen guten Überblick, über das entwicklungspolitische Engagement in der Bergischen Region.

Zur Strukturdatenanalyse gelangen Sie hier.

Zu aktuellen Interviews klicken Sie hier.

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Wuppertaler Pfadfinder*innen weltweit aktiv

Suche nach Unterstützung für Austausch mit Matagalpa (Nicaragua)

Bild Pfadfinder Wuppertal

Die Pfadfinder*innen aus Wuppertal pflegen seit langer Zeit eine enge Partnerschaft mit einer Pfadfinder*innengruppe aus Matagalpa in Nicaragua. Im Dezember 2018 möchten sie ihre Freunde in Zentralamerika erneut besuchen. Dazu benötigen sie jedoch Unterstützung. Wieso es sich lohnt das Engagement der jungen Menschen für eine nachhaltige globale Entwicklung zu unterstützen und was Sie konkret tun können, lesen Sie hier.

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Schüler*innen setzen ein Zeichen für nachhaltiges Wirtschaften

Gründungsveranstaltung der ersten nachhaltigen Schülergenossenschaft in Remscheid

Mit so viel Zuspruch hatten die Jungunter-nehmer*innen des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums nicht gerechnet. 220 Gäste nahmen an der Gründungsveranstaltung ihrer Schü-lergenossenschaft teil. Diese waren begeistert von der Professionalität und dem Engagement der Jugendlichen.

Schülerfirma Remscheid

 

 Ziel der Schülergenossenschaft ist es, mit der Betreibung des Schülerkiosks die Schulgemeinde zu fördern und nachhaltig zu wirt-schaften. Gesunde, regionale und fair gehandelte Produkte stehen gemäß der „Gesunden Schule“ im Mittelpunkt. Finanziell und mit Beratungen zum Geschäftskonzept werden die Schüler*innen von der Volksbank im Bergischen Land eG unterstützt. Zudem koope-riert die Schülergenossenschaft eng mit dem F(l)air Weltladen in Remscheid und stärkt so den fairen Handel in der Stadt. Die Eine-Welt-Regionalstelle wünscht der „Tante-EMA eSG“ viel Erfolg! Mehr zu Schülergenossenschaften erfahren Sie unter:www.schuelergeno.de

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"StartEmPowerment" - Erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt

Bild FlüchtlingshilfeSolingenDas Projekt "StartEmPowerment", welches die Flüchtlingshilfe Solingen e. V. nicht nur für Geflüchtete, sondern mit großer Nachhaltigkeit für alle Menschen, die aufgrund unterschiedlichster Gründe am Berufsleben nicht mehr teilhaben anbietet, ist für den Deutschen Integrationspreis 2018 nominiert. Im Rahmen dieses Projekts erhalten Geflüchtete und Menschen ohne Arbeit individuelle Unterstützung von Helfern, die ihnen Wege in eine eigene berufliche Selbständigkeit aufzeigen. Ziel ist es die einzelnen Existenzgründer wieder selbstwirksam und selbstbestimmt in ihr neues Leben zu führen. Die Stärkung der Menschenwürde jedes Einzelnen steht hierbei besonders im Focus. Die Gemeinschaft agiert MITEINANDER - FÜREINANDER und gleicht so Defizite im sozialen Bereich sehr positiv und alters- und kulturübergreifend aus. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

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Mit Spaß und Motivation für mehr Klimaschutz!

Die EnergieAgentur.NRW stellt sich vor.

 

Die EnergieAgentur.NRW arbeitet im Auftrag der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen als operative Plattform mit breiter Kompetenz im Energiebereich. Die Eine-Welt-Regionalstelle fragt nach, welche Anknüpfungspunkte die Arbeit der EnergieAgentur für eine nachhaltige Entwicklung im Bergischen Land bietet. Das Interview lesen Sie hier.Logo EnergieAgentur

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Unterstützung gesucht - Refugee Radio aus Wuppertal

Ein Team von Geflüchteten aus Wuppertal hat große Pläne: Ein Radioprogramm, das sich speziell an Geflüchtete in Deutschland richtet! Hier sollen Berichte von Geflüchteten, die trotz schwieriger Umstände erfolgreich in Deutschland leben, veröffentlicht werden. Ziel ist, geflüchteten Menschen durch „gute“ neue Geschichten und Beispiele Motivation und Unterstützung zu geben. Denn daran hapert es häufig. Weitere Informationen zu diesem innovativen Radio bekommen Sie hier. Wenn sie das Projekt mit einer kleinen Spende unterstützen möchten, gelangen Sie hier auf die Crowdfunding-Plattform.

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SWANE Empowerment-Day in Wuppertal

Kräfte bündeln - Brücken bauen

Begegnung kleinKräfte bündeln, Brücken bauen – unter diesem Motto stand der SWANE Empowerment Day 2017 im SWANE Design Café am 21. Oktober 2017. Von 10.00 bis 17.00 Uhr kamen Vertreter*innen unterschiedlicher Vereine sowie Personen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen, die Projekte in Deutschland oder in ihren Ursprungsländern durchführen möchten, jeweils mit der Zielsetzung, die interkulturelle Kommunikation und Zusammenarbeit zu stärken, Erfahrungen und Know-How einzubringen und Veränderungen anzustoßen. Der Tag stand unter der Leitung von Selly Wane, Besitzerin des SWANE Design Cafés und Sophia Merrem, Eine-Welt-Promoterin für das Bergische Land des FSI – Forum für soziale Innovation. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Jimmy Kenga, Vorsitzender der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft in Wuppertal. Rund 30 Personen waren zu Beginn der Veranstaltung erschienen, weitere Sellykamen im Laufe des Tages hinzu.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der anwesenden Personen, in denen jeder seine Erwartungen und seine Beweggründe für den Besuch des Empowerment Days formulieren konnte, folgte ein Impulsreferat von Mouhamadou Falilou Gueye vom CIM – Centrum für internationale Migration und Entwicklung. Im Fokus von Mouhamadou Falilou Gueyes Vortrag standen Förderangebote für Social Entrepreneurs mit Migrationshintergrund sowie Förderangebote für Migrantenselbstorganisationen. Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es dann ins konkrete arbeiten. In verschiedenen Workshops hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit sich über Herausforderungen und neue Ideen bezüglich ihrer Vereins- und Projektarbeit auszutauschen und gegenseitig Tipps zu geben. Am Ende des SWANE Empowerment Days regten Sophia Merrem und Selly Wane die Teilnehmer dazu an, die drei Schwerpunkte als Task-Forces mitzunehmen und weitere Netzwerk- und Nachfolgetreffen zu initiieren. Alle wichtigen Informationen werden per Mailverteiler an die Teilnehmer weitergeleitet sowie entsprechende Kontakte über diesen Verteiler hergestellt. Eine detaillierte Dokumentation des spannenden E-Days in Wuppertal erhalten Sie hier.

Zusammenstellung

Wenn auch Sie Interesse haben, die Eine-Welt-Arbeit in Wuppertal mitzugestalten und die Arbeit der Migrantenselbstorganisationen zu stärken, dann melden Sie sich!

Kontaktperson:

Sophia Merrem
Eine-Welt-Promotorin für das Bergische Land
 
FSI Forum für soziale Innovation gGmbH
Opferfelder Str. 22
42719 Solingen
Telefon: 0212 2307989
Mobil: 0163 6193827
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.einewelt-regionalstelle-bergischesland.de

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Cookin' Hope -  das SWANE Lernrestaurant in Wuppertal

Logo cookinHope

In Wuppertal leben derzeit etwa 10.000 geflüchtete, in ihrer Heimat hatten viele von ihnen Aufgaben, Träume und Visionen in die sie Arbeit und Herzblut gesteckt haben. All das mussten sie zurücklassen, um hier in Wuppertal gnaz von Vorne anzufangen, doch wie baut man aus dem Nichts etwas auf, wenn man neu in einer Stadt keine Freunde und keine Netzwerke hat, Cookin'Hope - das Swane Lernrestaurant ist ein Projekt, in dem Interessierte die Möglichkeit bekommen 6 Monate lang Erfahrung in der Gastronomie zu sammeln. Ziel ist es den Menschen den Weg zu einer anerkannten Ausbildung, oder direkt in den Job, oder sogar in die Selbstständigkeit zu ebnen. Wie kannst Du das Projekt unterstützen? Buche einfach ein Essen mit Deinen Freunden bei uns. Oder feiere Deinen Geburtstag oder auch ein anderes Events… Das Schöne: Du hast selbst eine gute Zeit und ermöglichst Menschen weitere Schritte Richtung Integration, Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit zu meistern. Damit das Projekt langfristig auf einer sicheren finanziellen Basis steht, haben die Initiator*innen eußerdem eine Crowd-Fundung-Kampagne gestartet. Sie freuen sich über jeden kleinen Beitrag - auf von Ihnen! Hier geht es zur Kampagne.

Weitere Informationen zu Cookin'Hope finden Sie hier.

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Wermelskirchen kleidet sich fair!

Faire Modemesse im Rheinisch-Bergischen Kreis

Modenschsu Männer

Am 28.09.2017 fand in Wermelskirchen die erste Kleine Faire Modemesse im Bergischen Land statt. Aus der ursprünglichen Idee einer kleinen Modenschau mit fair gehandelten Kleidungsstücken, ist eine richtige Messe mit unterschiedlichsten Ständen geworden. Viele Geschäfte, Initiativen und Näher*innen aus der Region präsentierten nicht nur fair gehandelte Textilien sondern gaben den Besucher*innen auch Anregungen, wie sie sich für den fairen Handel einsetzten können. Außerdem berichteten Sophia Merrem, Eine-Welt-Promotorin für das Bergische Land, Isabell Ullrich von Ci-Romero und Elke Zebrowski von der Stiftung Brockensammlung Bethel über Bedingungen in Modeindustrie und wie wir hier aktiv werden können, um den fairen Handel zu stärken! Anschließend präsentierten Schüler*innen aus Wermelskirchen in einer Modenschau die Ergebnisse eines Projekts im Textil-Unterricht. Hier schneiderten die Schüler*innen  unter dem Motto: "Mode im Wandel der Jahrhunderte" selbst wunderschöne Kleidungsstücke. Ganz nach dem Prinzip des Upcyclings verwendeten sie dazu überwiegend alte Kleidungsstücke, um Ressourcen zu sparen und der Verschwendung entgegen zu wirken. Nach den Schüler*innen betraten Vertreter*innen des Weltladens in Wermelskirchen die Bühne. Sie präsentierten neben fairer Mode aus dem Weltladen auch fair hergestellte Kleidungsstücke aus dem Sportladen Lambeck.

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Remscheid - weltweit engagiert

Logo AprolmaIm September 2017 waren Vertreterinnen einer Frauen-Kaffee-Kooperative aus Honduras zu Gast in Remscheid. Der Besuch der Kooperative APROLMA diente dazu, der Remscheider Zivilgesellschaft ein neues Projekt zur Verbesserung des Produktionsprozesses von fair gehandeltem Bio-Kaffee vorzustellen und um Unterstützung zu werben. Die Stadt Remscheid, die ökumenische Initiative Lüttringhausen und der Weltf(l)airladen treten hier mit Unterstützung der Eine-Welt- Promotorin Sophia Merrem auf, um eine neue Entwicklungspartnerschaft zwischen Remscheid und der Kooperative APROLMA vorzubereiten. Ziel ist es, der Kooperative Photo Aprolmaden Erwerb von Maschinen zur unabhängigen Weiterverarbeitung von Kaffeebohnen bis zur Exportreife zu ermöglichen, so dass die Kooperative den gesamten Prozess der Weiterverarbeitung des Rohproduktes bis zur Verschiffung nach Europa in eigener Verantwortung durchführen kann. Die Kooperative besteht aus 70 Frauen, die sich zum Anbau, zur Weiterverarbeitung und zur Vermarktung zusammengeschlossen haben. Die Entwicklungspartnerschaft unterstützt damit auch das emanzipatorische Streben der Frauenkooperative nach Unabhängigkeit und Gleichberechtigung. In Remscheid knüpft das Projekt an das bereits bestehende bürgerschaftliche Bewusstsein für fairen Handel an und wird den Fairtrade-Town Prozess der Stadt auf ein neues Niveau heben. Die Stadt Remscheid ist als exportorientierte Gemeinde auch historisch bekannt als „Seestadt auf dem Berge“. Remscheider Kaufleute haben bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts den Handel mit Mittel- und Südamerika betrieben. An diese Tradition soll das Projekt anknüpfen und nun die Prinzipien eines fairen und partnerschaftlichen Handelns dokumentieren.

Remscheider Schüler*innen diskutieren mit starken Frauen aus Honduras!


Durch die neue Entwicklungspartnerschaft von Remscheid mit einer Kaffeel´-Kooperative in Honduras bekommen auch die Schüler*innen in Remscheid einen neuen Zugang zu Fairem Handel und den Auswirkungen für die Menschen in den Partnerländern. So haben die Vertreterinnen von der Fairtrade-Kaffeekooperative APROLMA während Ihrem Besuch nicht nur mit dem Oberbürgermeister gesprochen, sondern besuchten auch zwei Remscheider Schulen. Von diesem eindrücklichen Erlebnis berichten zwei Schüler des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums:

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Am Mittwoch (20.9.2017) geschah etwas Besonderes: In der fünften und sechsten Stunde besuchten Cruz Dolores Benitez Espinoza und Marta Dalila Aguilar Banegas aus dem Agrarland Honduras (Mittelamerika) unsere Schule, die durch den Schulkiosk und die künftige Schülergenossenschaft den fairtrade- Gedanken maßgeblich unterstützt. Das Interesse war groß: Nicht nur der Differenzierungskurs Wirtschaft von Herrn Hensler, der das Thema Nachhaltigkeit und fairtrade aktuell im Unterricht behandelt, sondern auch 120 andere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis Q2 waren gekommen, um den Besuch zu begrüßen und etwas über ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu erfahren. Dazu stellten sie viele Fragen. Anabel Rubio Garcia (8a) und Frau Tavus standen als Dolmetscher zur Verfügung.
Beide erzählten, dass sie aus ärmlichen Verhältnissen kommen und vor ca. 16 Jahren anfingen, auf einer Kaffeeplantage zu arbeiten. Sie sagten uns, dass die Arbeit dort außerordentlich hart sei und sie an manchen Tagen mehr als zehn Stunden arbeiten müssten. Vor etwa fünf Jahren gründeten sie gemeinsam mit 70 anderen Frauen eine Kooperative (Genossenschaft). Auf Rückfragen von SuS antworteten sie, dass eine solche Gründung nicht üblich ist, da Frauen in Honduras in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht oft benachteiligt werden. Sie teilten uns mit, dass fairtrade ihnen jedoch einen gerechten Lohn für ihre Arbeit garantiere und es ihnen deshalb viel besser ginge als den meisten anderen Menschen in den umliegenden Dörfern, die häufig radikal ausgebeutet würden. Abschließend bedankten sich die Frauen für das große Interesse. Für beide sei es sehr wichtig, dass Schüler aus Europa gut über die Umstände Bescheid wissen und diese Arbeit auch schätzen. Sie freuten sich sehr darüber, dass der schuleigene Kiosk mit einem so großen Engagement neben den herkömmlichen Produkten auch fair gehandelte Produkte verkauft.
 
Von Piet Ronge und Tim Leischner (Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium, Remscheid)

 

Innovation und Engagement in Wuppertallogo kosi lab

Das Leben am Fluss der Wupper mit all seinen Eigenheiten veranlasst die hier leben 354.000 Bürgerinnen und Bürger seit jeher zu innovativen Ideen und zivilgesellschaftlichem Engagement. Diese Innovationsfähigkeit hat sich in den vergangenen Jahren auch in der wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung niedergeschlagen. Wichtige Strukturprojekte konnten dadurch in Wuppertal auf den Weg gebracht werden. So ist beispielsweise die Nordbahntrasse als Verbundachse für den Fahrradverkehr das Resultat von der enormen Engagementbereitschaft in der bergischen Region.
Damit dieses Bürgerengagement weiter gefördert wird beteiligt sich die Stadt Wuppertal an dem spannenden Projekt KoSi-Lab.
Ziel dieses Projekts ist die modellhafte Entwicklung eines Labors sozialer Innovation (SI-Lab). Dazu soll in einem realexperimentellen Ansatz exemplarisch erforscht werden, welchen Beitrag kommunale SI-Labs als neue Kooperationsmodelle und Unterstützungsinfrastrukturen zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft leisten können. Forschung für die nachhaltige Gestaltung unserer Gesellschaft und internationalen Vorerfahrungen mit Zentren sozialer Innovation liefern die theoretischen und methodischen Grundlagen für den Entwicklungsprozess. Mit der Entwicklung von kommunalen Laboren sozialer Innovation füllen die beteiligten Projektpartner eine Lücke in Deutschland und können der auf nationaler und europäischer Ebene mit steigender Intensität geführten Debatte um soziale Innovation die wichtige kommunale Perspektive hinzufügen. Auch die nachhaltige Stadtentwicklung kann durch solche Kommunalen Labore sozialer Innovation vorangetrieben werden.
Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).


Wenn Sie neugierig geworden sind, finden Sie weitere Informationen und Kontakte hier.

Quelle: KoSi-Lab

 

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Bildungslandschaften stärken - aber wie?

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35 Akteure tauschten sich im Kommunalen Integrationszentrum über Bildung und Nachhaltigkeit aus.
Was bedeutet es für die Näherin in Bangladesch, wenn ich eine Jeans für 25 Euro kaufe? Welchen Einfluss hat der tägliche Konsum von Fleisch auf das Weltklima in 10, 20 oder 50 Jahren? Was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn ich nicht auf andere zugehe, sondern bestimmte Gruppen ausgrenze? Mit solchen Fragen setzen sich viele Solinger schon seit Jahren privat oder beruflich, in Vereinen oder Initiativen auseinander und treten für ein verantwortungsvolles Handeln mit Weitblick ein.


Um dieses vielfältige Engagement besser zu vernetzen und weiter zu verbreiten hatte der Arbeitskreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BnE)“ am Montag zu einem Workshop ins Kommunale Integrationszentrum eingeladen. Der Kreis von Ehrenamtlern, der 2012 zusammenfand und 2014 ein Internetportal startete (siehe Kasten), wird von Ariane Bischoff unterstützt, die das Thema Nachhaltigkeit im Solinger Rathaus als Chefstrategin vertritt.


Der Einladung waren etwa 30 Interessierte gefolgt, die entweder bereits eigene Kurse und Veranstaltungen auf der Webseite veröffentlicht haben oder beruflich aus dem Bildungsbereich kommen. Schnell stellte sich in den Diskussionen heraus, dass sperrige Fachvokabeln es schwer machen, andere mitzureißen. „Wir müssen mehr Handeln ermöglichen“, plädierte Liesbeth Bakker, die an Wuppertaler Schulen Umwelt-Projekte durchführt. „Die Kinder haben oft schon sehr viel Wissen und wollen endlich etwas tun.“ Ihr Programm „Switch“ sorgt dafür, dass die Ideen der Schüler in die politischen Gremien gelangen. Ein Resultat ist der autofreie Sonntag am 22. September 2017, an dem auch der Wuppertaler OB sein Fahrzeug stehen lassen wird.
Andere Teilnehmer berichteten von Schwierigkeiten, überhaupt einen Fuß in die Schultür zu bekommen. „Die Lehrer sind überlastet, die Stundenpläne überfrachtet,“ so die Erfahrung von Sabine Schulz-Wolff, die im Botanischen Garten Kunst- und Spinnkurse anbietet. Ein professionelleres Auftreten und eine dementsprechende Finanzierung des Arbeitsaufwands sahen einige als erforderlich an und würden dazu gerne die öffentliche Hand in die Pflicht nehmen. Zielen wie Umweltschutz, sozialer Verantwortung und globalem Lernen müsse so mehr Gewicht verliehen werden.


Wie das lokale Engagement mit den weltweiten Entwicklungszielen der Vereinten Nationen zusammenhängt, stellte Karoline Lorenz von der Eine-Welt-Regionalstelle Bergisches Land dar. „2015 wurden 17 Hauptziele verabschiedet. Dadurch hat sich eine Verschiebung des Begriffs ‚Entwicklungsland‘ ergeben, denn jetzt sind z. B. auch Industrienationen Entwicklungsländer in Sachen Umweltschutz geworden. Wir müssen uns als Weltbürger begreifen, um nachhaltig zu handeln.“ Dezernentin Dagmar Becker betonte, dass Bildung der Schlüssel sei, um die Folgen des eigenen Handelns reflektieren zu können.


Die zwei Stunden, die für den Workshop angesetzt waren, reichten kaum aus, um alle Ideen ausführlich zu diskutieren. „Wir haben viele gute Impulse bekommen, und ich hoffe, dass wir den Schub weitertragen können“, sagte Gernot Augustin vom Arbeitskreis BnE. Nach der Auswertung werde eine Einladung folgen, sich an der zukünftigen Strategie und an konkreten Maßnahmen weiter zu beteiligen. „Wir stehen tatsächlich erst am Anfang eines langen Prozesses, damit aus vielen ,müsste, könnte, sollte‘ ein ,machen wir‘ wird.“


Infokasten
Auf dem Webportal „Heute für Morgen in Solingen! Bildung für nachhaltige Entwicklung“ finden sich derzeit 127 Angebote von 54 Veranstaltern zu den Themen Umwelt und Natur, soziales und interkulturelles Lernen, globales Lernen und entwicklungspolitische Bildung. Die Angebote können nach Eignung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sowie nach Zeiträumen gefiltert werden.
www.bne-solingen.de

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Transformationsprozesse sind Bildungsprozesse 

Das Katholische Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid stellt sich vor

Ein Interview mit Dr. Daniel Weisser

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Geleitet von einem christlichen Weltbild bietet das katholische Bildungswerk ein vielfältiges Veranstaltungsangebot an. Dabei greifen sie nicht nur Fragen nach Sinn, Werten und religiösen Überzeugungen auf. Sondern behandeln auch Themen, die die Eine-Welt-Arbeit betreffen. Die Regionalstelle fragt bei Dr. Daniel Weisser nach, wie Bildungswerk und Eine-Welt-Engagement im Bergischen Land zusammenpassen.

Das Kath. Bildungswerk ist mit seinen Angeboten für engagierte Bürger*innen breit aufgestellt.
An wen richten sich diese Angebote und welche Rahmenbedingungen gibt es?

Wir richten uns an alle, die sich selbst oder andere bilden möchten. Das heißt: Wir sind nicht nur in der katholischen Kirche unterwegs, sondern auch ökumenisch und interreligiös sowie darüber hinaus natürlich zivilgesellschaftlich. Wir arbeiten mit allen zusammen, die ein Interesse an Bildungsarbeit haben. Als Träger der öffentlichen Weiterbildung in NRW unterliegen wir dabei dem Landesweiterbildungsgesetz.
Wir behandeln nicht ausschließlich religiöse Themen, auch wenn diese ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind. Vielmehr sind wir auch in der kulturellen und politischen Bildung aktiv. In der letzten Zeit ist auch die Qualifizierungsarbeit, insbesondere für Ehrenamtliche, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, ein großer Schwerpunkt unserer Arbeit. Zudem sind wir u.a. in Kitas präsent und behandeln dort Erziehungsfragen.

Was bieten Sie konkret für Engagierte in der Einen-Welt-Arbeit an?

Wir haben Angebote, die auf den Umgang mit unserer Welt aufmerksam machen möchten. Religiös würden wir sagen, dass uns die Bewahrung der Schöpfung ein wichtiges Anliegen ist. Und das ist natürlich ein umfangreiches Gebiet: Faire Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Generationengerechtigkeit und vieles mehr gehört dazu.

Inwiefern sehen Sie einen Zusammenhang zwischen den Zielen und Überzeugungen des Kath. Bildungswerks und der Eine-Welt-Arbeit?

Es gibt eine große Überschneidung zwischen den Zielen und Überzeugungen der Eine-Welt-Akteure und unserer Arbeit. Wir können sicherlich sowohl thematisch als auch organisatorisch einiges voneinander lernen. Wir sollten uns bei der Durchführung unterschiedlicher Projekte gegenseitig unterstützen und diese bei einer jeweils anderen Zielgruppe präsenter machen. Durch unser breites Themenspektrum finden sich bei uns auch viele Menschen, die bisher noch nichts mit der Eine-Welt-Arbeit zu tun haben. Diese können aber durch unsere Zusammenarbeit darauf aufmerksam werden.

Im Bergischen Land leben auch viele Migrant*innen und Geflüchtete, die eine andere religiöse Überzeugung haben. Inwiefern beziehen Sie diese Menschen in Ihre Arbeit ein?

Besonders im Bereich der Flüchtlingsarbeit sind wir schon sehr präsent. Ein Schwerpunkt ist die Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Dazu gehört auch die Vermittlung von interreligiösen Kompetenzen.
Es geht aber darüber hinaus. Wir haben beispielsweise auch interreligiöse Tanz- und Musikangebote, wie einen Trommelworkshop im F(l)air Weltladen in Remscheid-Lüttringhausen. Ziel ist es dadurch, Einheimische und Geflüchtete zusammenzubringen, und nicht Veranstaltungen über eine Personengruppe zu machen, ohne sie selber zu beteiligen.
Zudem ist der interreligiöse Dialog selbst Thema unserer Veranstaltungen. Ein Beispiel ist die interkulturelle Lesereihe in Remscheid. Hier versuchen Autor*innen aus ganz unterschiedlichen Ländern ihre Literatur, in der häufig auch die eigenen Biografien verarbeitet werden, vorzustellen und darüber ins Gespräch zu kommen: Sowohl mit Schüler*innen, als auch mit interessierten Erwachsenen.

Welche Chancen sehen Sie in dem Austausch mit Zugewanderten und Migrant*innen?

Für uns ist die Kommunikation und Begegnung mit Menschen, egal welcher Herkunft, immer zweckfrei und um des Gegenübers selbst willen. Bildungsarbeit ist nie eine Einbahnstraße, das heißt es wäre falsch zu denken, wir wüssten schon alles und versuchten unser Wissen nur an den Mann oder an die Frau zu bringen. Bildung ist immer ein Lehr-Lern-Prozess, der in beide Richtungen geht.  Dies gilt für jedes Angebot. Natürlich auch für Angebote mit und für Geflüchtete.
Das heißt wir können von den Erfahrungen, dem Wissen und der Haltung profitieren und hoffen, dass es auch andersherum so ist.
Wenn wir davon sprechen, dass wir uns in einem großen Transformationsprozess der Gesellschaft befinden, dann würde ich sagen, dass Transformationsprozesse auch immer Bildungsprozesse sind. Dort, wo sich etwas ändert, da gibt es auch Bedarfe neue Informationen zu bekommen, damit man sich eine Orientierung verschaffen kann.

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Letztlich ist das Ziel von Bildungsarbeit, Partizipation zu ermöglichen. Es geht nicht in erster Linie darum, dass es Zeugnisse und Zertifikate gibt (die gibt es natürlich teilweise auch), sondern es geht darum, dass man dadurch, dass man eine Veranstaltung besucht und in Austausch gekommen ist, stärker dazu befähigt wird am gesellschaftlichen Leben in möglichst allen Bereichen teilzuhaben. Das ist letztlich das Ziel unserer Arbeit.

Welche Projekte mit Eine-Welt Akteur*innen aus dem Bergischen Land haben Sie bereits unterstützt?

Es gibt eine lange und gute Zusammenarbeit mit dem F(l)air Weltladen in Remscheid-Lüttringhausen. Das ist zum Beispiel einmal im Jahr die Misereor-Fastenaktion mit internationalen Gästen, die von der Situation in ihren Heimatländern und Projekten zur Verbesserung der Bedingungen vor Ort berichten. Außerdem haben wir seit der Vernetzungsveranstaltung der Bergischen Weltläden im Frühjahr dieses Jahres, bei welchem wir unsere Arbeit vorstellen durften, Gespräche zu einer Kooperation mit der GEPA.

Was wünschen Sie sich zukünftig für die Eine-Welt-Arbeit im Bergischen Land?

Ich wünsche mir, dass die stärkere Vernetzung von allen Engagierten auf eine stabilere Grundlage gestellt werden kann. Zudem sollte die Relevanz der Eine-Welt-Arbeit auch für uns hier deutlicher werden. Viele haben noch den Gedanken, dass es im Grunde eine barmherzige Tat für die Menschen in der „Dritten Welt“ ist.  Ich denke, es müsste vor dem Hintergrund der globalen Zusammenhänge noch einmal deutlicher werden, dass uns auch die Situation in anderen Teilen der Welt unmittelbar betrifft.  

Was möchten Sie den engagierten Bürger*innen im Bergischen Land noch mitteilen?

Wir freuen uns über alle Personen und Gruppen, die auf uns zukommen. Wir sind im Bergischen Land mit vier Einrichtungen vertreten: Eine für den Oberbergischen Kreis, eine für den Rheinisch-Bergischen Kreis, eine für Leverkusen und eine für Wuppertal, Solingen und Remscheid.
Wir freuen uns, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen. Ich vermittele auch gerne an Kolleginnen und Kollegen weiter. Wir denken und lernen gerne bei allen neuen Veranstaltungen mit und setzen bei bestehenden Überlegungen gerne neue Impulse. Zudem können wir bei der Finanzierung oder bei der Suche nach Referentinnen und Referenten unterstützen.

KONTAKT
Dr. Daniel Weisser
Pädagogischer Mitarbeiter
Telefon: 0202-495 83 50
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Weitere Informationen zu dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal / Solingen / Remscheid finden Sie unter https://bildung.erzbistum-koeln.de/bw-wuppertal-solingen-remscheid

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Der GMÖ – christliches Engagement für nachhaltige Entwicklung

Ein Interview mit Pfarrer Matthias Schmid

Logo GMÖDer Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) ist eine Einrichtung in den Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er fördert und unterstützt das Engagement der Kirche für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Die Regionalstelle fragt bei Pfarrer Matthias Schmid, der im Bergischen Land aktiv ist, nach, welche Anknüpfungspunkte es mit der Eine-Welt-Arbeit gibt.

Lieber Herr Schmid welche Ziele verfolgt der GMÖ mit seiner Arbeit im Bergischen Land?


Wir unterstützen Kirchengemeinden und Kirchenkreise in der Region darin, die weltweite Perspektive im Blick zu behalten. Es geht um ökumenisches Miteinander und den ökumenischen Blick in die Welt. Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass die Welt größer ist als Kirchen- oder Ortsgemeinde. Das ist das eine und sozusagen unser Oberthema. Dahinter verbirgt sich dann konkret, dass der GMÖ die ökumenische Partnerschaftsarbeit unterstützt, die es in Kirchenkreisen und Kirchengemeinden gibt. So haben wir beispielsweise Kontakte zu afrikanischen und asiatischen Kirchen, die schon seit Jahrzehnten bestehen. Wir begleiten und beraten Gemeinden darin, wie die Partnerschaftsarbeit gestaltet und gelebt werden kann. Zum anderen geht es um konkrete Andockpunkte in den Kirchenkreisen. Insbesondere die Arbeitskreise Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, die aus dem konziliaren Prozess heraus entstanden sind, begleite und berate ich. Wenn man sich mit den Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung beschäftigt, sieht man, dass Kirchen hier nicht alleine unterwegs sind. Wir merken, dass man hier gut mit anderen Akteuren aus der Region vernetzt sein muss. Und das streben wir auch an.


Welche Berührungspunkte gibt es bereits mit Akteuren aus der Eine-Welt-Szene im Bergischen Land?


HandyAktion Logo 3Hier gibt es verschiedene Anknüpfungspunkte. Beispielsweise ist die Handy-Aktion NRW in unserem Büro angesiedelt. Um auf die Problematik der Handyproduktion aufmerksam zu machen, nehmen wir mit Akteuren Kontakt auf, die die Thematik in Schulen und andere Institutionen einbringen. Zudem gibt es Bereiche, in denen wir mehr punktuell mit weiteren Akteuren zusammenarbeiten. So bin ich beispielsweise im F(l)air Weltladen in Remscheid-Lüttringhausen in einer Kooperation mit dem Ausschuss Bildung und Kultur. Hier geht es um Veranstaltungen und entwicklungsbezogene Bildungsarbeit, die den Fairen Handel betrifft. Außerdem war mein Vorgänger bei Fairtrade-Town Leverkusen in der Steuerungsgruppe und hat den Prozess dort vorangetrieben. Klar, können wir nicht immer überall sein, aber dort, wo es sich anbietet und wo wir angefragt werden, schauen wir, dass wir mitarbeiten.

Die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bilden momentan den Rahmen unserer Eine-Welt Arbeit. Inwiefern bezieht ihr die SDGs in eure Arbeit ein?


Die SDGs stehen in einem ganz engen Zusammenhang zu dem, was auch im kirchlichen Bereich seit über 30 Jahren unter dem Begriff des konziliaren Prozesses, also Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, läuft. Da gibt es ganz viele inhaltliche Berührungspunkte. Das Thema Gerechtigkeit ist für mich persönlich sehr wichtig. Besonders die ökonomischen Unterschiede zwischen Europa und dem Globalen Süden gehen mir sehr nahe. Dort sehe ich, dass man definitiv etwas tun muss. Dies steht natürlich in engem Zusammenhang mit Fragen der Nachhaltigkeit und der Klimagerechtigkeit. Das ist ja etwas, was durch die SDGs ganz klar in den Vordergrund gerückt wird. Im Bereich der Nachhaltigkeit ist der GMÖ thematisch sehr breit aufgestellt. Als Kolleg*innen in der Rheinischen Kirche setzen wir unterschiedliche Schwerpunkte, weil man auch nicht alle Themenfelder der 17 SDGs abdecken kann. Unsere Aufgabe ist es, die Themen der SDGs in den Kirchenkreisen wach zu halten. So erinnern wir beispielsweise an ökofaire Beschaffung in den Kirchenkreisen und -gemeinden. Die Kirche sagt zwar vorneweg, dass dies wichtig ist. Jedoch wird es vor Ort nicht immer konkret umgesetzt. Hilfreich ist hierbei beispielsweise die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Umwelt des Kirchenkreises Remscheid-Lennep. Hier schauen wir, wie man diese Themen im Kirchenkreis verankern und verwirklichen kann. So gab es letztes Jahr im Herbst in Remscheid-Lennep eine klimaneutrale Synode. Das war ein guter Start und ein Augenöffner. Jetzt ist es daran dies zu verstetigen und auch in Zukunft klimaneutrale Synoden durchzuführen.


Ein weiteres großes Aufgabengebiet von euch, ist die weltweite Partnerschaftsarbeit. Welche Bereicherung seht ihr in diesem internationalen Austausch?


Durch Begegnung und das Kennenlernen der Lebenssituationen von Schwestern und Brüdern des globalen Südens kommen verschiedene Themenkreise ins Blickfeld, die uns berühren. Zum einen ist es das Thema Gerechtigkeit, das durch Partnerschaftsarbeit nochmal deutlicher zutage tritt. Durch den Austausch kann man eine gewisse Sensibilität für das Thema entwickeln. Gleichzeitig relativiert die Partnerschaftsarbeit den Blick auf unsere eigene Gesellschaft – Stichwort Reichtum und Wachstum. Besonders unser Streben nach Wachstum wird in der Begegnung mit ökumenischen Partnern relativiert. In den SDGs ist wirtschaftliches Wachstum als ein Ziel verankert. Doch auch ich frage mich, ob es sinnvoll ist, dies als große Zielsetzung für unsere Welt zu verankern. Ein weiteres, was wir in Deutschland durch die Zusammenarbeit mit ökum. Partnern gelernt hat, ist Sensibilität für Natur und Gottes Schöpfung zu entwickeln. Hier waren wir in Deutschland von unserem Denken her sehr auf den Menschen zentriert, und schauten zu wenig auf Mitgeschöpfe, die in unserer Verantwortung stehen.  Hier hat unsere Kirche in Bezug auf den theologischen Background viel von internationalen Partnern profitiert.
Auch das interkulturelle Kennenlernen durch Begegnung ist sehr wichtig. Die Partnerschaftsarbeit trägt ganz stark zu einem neuen Verständnis für andere soziale und religiöse Hintergründe bei. Gerade in Bezug auf die Integration von Geflüchteten, denke ich, dass Menschen, die durch die Partnerschaftsarbeit sensibilisiert sind, auch automatisch offener für Menschen sind, die neu in unser Land kommen.


Inwiefern reagiert ihr auf die Zuwanderung von Menschen mit einem anderen religiösen und kulturellen Hintergrund?


In der ev. Kirche im Rheinland (EKiR) läuft gerade ein Prozess zur interkulturellen Öffnung von Kirchengemeinden.

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Dieses Programm trage auch ich in Kirchengemeinden und gebe Impulse, um gemeinsam darüber nachzudenken: „Inwieweit ist eine interkulturelle Öffnung gewollt und möglich?“ Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen. Zum einen bezieht sich interkulturelle Öffnung auf Christ*innen von Gemeinden anderer Sprache und Herkunft, sogenannte Migrationsgemeinden. Diese existierten in den Großstädten meist unverbunden neben unserer evangelischen Kirche. Eine zentrale Frage ist hier: „Wie können wir in der evangelischen Kirche unsere ‚Deutschkultur‘ öffnen, damit sie durchlässig wird und anderen Menschen eine Verankerung gelingt?“. Ich rege Gemeinden dazu an, Kooperations- und Begegnungsmöglichkeiten gemeinsam zu besprechen und auszuprobieren. Dies betrifft zum einen die fremdsprachigen christlichen Gemeinden, als auch andere neuzugezogene Christ*innen, die als Geflüchtete nun in unseren Gemeinden leben. Das andere, was in diesem Programm zur interkulturellen Öffnung gehört, ist der interreligiöse Dialog. Denn es ist ganz wichtig, dass wir in unserer Gesellschaft im Gespräch sind. Gerade zwischen Religionsgemeinschaften ist gegenseitiger Kontakt und Verständnis sehr wichtig. Wenn möglich und wenn die Bereitschaft von beiden Seiten besteht, wollen wir anregen gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Dies sieht in den Gemeinden ganz unterschiedlich aus. In manchen Gemeinden gibt es regelmäßige Treffen mit Vertretern von Moscheegemeinden zu Gesprächskreisen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dies können theologische Gesprächskreise sein, bei denen es um Themen des Korans und der Bibel geht. Es können aber auch ganz offene Modelle sein, wie z.B. in der Thomas-Kirche in Wuppertal. Hier geht es darum, dass Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion zusammenkommen und sich ganz niederschwellig gegenseitig vorstellen, ihre Kultur und ihre Religion ins Gespräch bringen. In Solingen-Ohligs findet z.B. einmal im Monat ein gemeinsames Kochen statt. Dort kommen dann bis zu 60 – 70 Leute zusammen. Wir geben Impulse dazu, solche Formate auch langfristig in das Konzept der Gemeinden zu verankern.


Was wünscht ihr euch für eine nachhaltige Entwicklung im Bergischen Land?


Mir ist es ganz wichtig zu vermitteln, dass wir als Christ*innen eine besondere Verantwortung haben was die Nachhaltigkeit betrifft - eine Verantwortung der Mitschöpfung und den Menschen gegenüber. Dafür ein Bewusstsein zu schaffen, ist mir ein großes Anliegen.


Was möchtest du den Eine-Welt-Akteuren aus dem Bergischen Land abschließend noch mitteilen?


Ich freue mich auf Kontaktaufnahmen und darauf, als Kooperationspartner wahrgenommen zu werden. Gerade als Akteur, der im kirchlichen Bereich unterwegs ist, nehme ich gerne eine Vernetzungsfunktion zwischen Kirche und anderen Eine-Welt-Akteuren vor Ort ein. Ich wirke gerne bei Initiativen mit und versuche neue Akteure mit ins Boot zu bekommen. Mir ist es wichtig, dass die Menschen erkennen, dass es eine ganz enge thematische Verwobenheit gibt und wir hier gemeinsam unterwegs sind und gemeinsame Ziele haben.

 

KONTAKT:
Pfarrer Matthias Schmid
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Von einander Lernen - Der Internationale Bund (IB) aus Solingen stellt sich vor

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Ein Gespräch mit Ina Bushuven, Sozialar-beiterin in der Mädchenberatungsstelle Solingen

Frau Bushuven, als junge Mitarbeiterin im IB waren Sie kürzlich im Ausland und haben dort das Programm „Training of Trainers“ absolviert. Können Sie mir etwas über das Programm und Ihren Aufenthalt berichten?

Die internationale Fortbildung “Training of Trainers - ToT“ fand vom 18.09. bis zum 03.10.2016 in Mazedonien, in Struga am Ohridsee mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus fünf unterschiedlichen Nationen statt. Das Hauptziel bestand darin, die Arbeitslosenquote der Länder zu senken und die fachliche Kompetenz der Teilnehmer/-innen der Fortbildung zu stärken. Diese wurden als Trainer/-innen ausgebildet, um anschließend die Beschäftigung von jungen Menschen nachhaltig zu fördern, sie in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, indem interaktiv Grundlagen vermittelt werden, die insbesondere für eine Existenzgründung und Selbstständigkeit essentiell sind. Gleichzeitig wurde die Bildung eines engeren Netzwerks zwischen den teilnehmenden Ländern und Organisationen angestrebt.
Die Fortbildung war Teil eines zweijährigen Projekts, für das der Kooperationspartner CEFE International (Köln) gemeinsam mit seinen Konsortialpartnern im Rahmen des Erasmus Plus Projekts „Global Exchange and Training for Youth Employment Services – GET YES“ Fördermittel der Europäischen Kommission erhielt. Die erlernten Methoden wandte ich im Januar 2017 innerhalb eines einwöchigen Seminars mit 27 jungen Menschen aus dem Freiwilligendienst im Landschulheim Pempelfort in Waldbröl an. Nach Abschluss der Woche erhielt ich meine Trainerlizenz, internationale Trainings durchzuführen.
 
Welche Erkenntnisse nehmen Sie für Ihre Arbeit im IB mit?

Für meine eigene Arbeit beim IB nehme ich viele Erkenntnisse mit. Die motivierende, erlebnisorientierte Arbeitsweise hilft mir heute dabei, Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung dahingehend zu unterstützen, ihre eigene Motivation aufrecht zu erhalten und sie an einen möglicherweise langen Bewerbungsprozess positiv und motivierend heranzuführen und zu begleiten. Die Marketingstrategien helfen mir bei der Arbeit in der Mädchenberatungsstelle, wo es auch immer wieder darum geht, die Zielgruppe zu erweitern und die Lebenswelten und Potenziale der Mädchen und jungen Frauen genauer zu kennen, um eine gelungene Integration zu gewährleisten.
Außerdem habe ich meine Kenntnisse hinsichtlich der Gruppenarbeit erweitert. Ich habe gelernt, wie man sich vor einer großen Gruppe behauptet, diese motiviert und Gruppendynamiken steuert.
 
In Solingen gibt es das Projekt „Junge Expertise“. Ziel des Projektes ist es unter anderem, dass junge Menschen aus verschiedenen Ländern voneinander lernen und das Thema Nachhaltigkeit in ihren Ländern stärken. Wie es der Name Ihrer Organisation verrät, ist auch der IB international aufgestellt. Welche Chancen und Möglichkeiten sehen Sie in Ihrer Arbeit, um von anderen Ländern zu lernen?

Anfang Dezember 2016 erfolgte durch den Besuch der Cefe-Trainer/-innen aus Mazedonien ein internationaler Austausch beim IB in Köln am Pfälzischen Ring. Hierdurch konnten sich die Trainer/-innen ein Bild von der vielfältigen Arbeit des IB machen. Zudem wurde die Kooperation weiter ausgebaut.
Ein weiteres Austauschtreffen wird jetzt im März erfolgen, bei dem innerhalb des IB-Kollegiums die Fortbildung „Training of Trainers“ noch einmal reflektiert und ausgewertet bzw. ihr zukünftiger Nutzen und die Nachhaltigkeit diskutiert werden.
Daneben ist der Internationale Bund Kooperationspartner von mehreren internationalen Projekten. Mit China beispielsweise besteht schon seit dem Jahr 2000 eine enge Kooperation und es finden regelmäßige Summercamps von ca. 100 chinesischen Studenten in Deutschland statt. Zudem ist der IB (ZGF) Partner eines Erasmus+ Projektes von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholischer Jugendsozialarbeit (BAG KJS) mit dem Titel: Young refugee and migrant in international transition (YREMIT). Das Ziel des Projektes ist es zu erkunden, welche Unterstützungsangebote Flüchtlinge brauchen. Die Partnerländer sind Deutschland, Griechenland, Italien, Schweden und England. Durch diese Lernmobilität können Fachkräfte in der Jugendsozialarbeit unterschiedliche Systeme und Konzepte der sozialen (beruflichen) Integration von jungen Flüchtlingen kennenlernen.

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Leben in 2030 - Ein Stadtgespräch 

Die Nachhaltigkeitskonferenz am 21.02.2017 in Solingen ist auf großes Interesse gestoßen. Über 200 Bürger*innen haben in einem World-Cafè ihre Ideen zur Umsetzung der SDGs auf kommunaler Ebene diskutiert. Die Stadt Solingen ist eine von 15 weiteren Kommunen, Städte und Kreise aus NRW, die an dem Projekt „Globale Nachhaltige Kommunen“ der SKEW und der LAG21 beteiligt sind. Jeder dieser Orte versucht für sich und seine eigenen Gegebenheiten, eine zukunftsweisende Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. Neben Mobilität, Arbeit und Wirtschaft, Gesellschaftliche Teilhabe und Gender, natürliche Ressourcen und Umwelt sowie Klima und Energie ist ein wichtiger Themenkomplex „Globale Verantwortung und Eine Welt“. Hier diskutierten Interessierte besonders die Rolle der Kommune als Vorbild und ihren Einfluss auf die globale Entwicklung, die Schaffung eines Ortes für Nachhaltigkeit, um den Austausch und die Vernetzung zu Themen der Einen Welt zu stärken, sowie die Förderung eines Bewusstseins für die Auswirkungen unseres täglichen Handelns.
Die zahlreichen Ideen werden nun von den Verantwortlichen der Stadt weiterentwickelt und in die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie eingearbeitet. MitmachenBlase 282 338

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Landkarten zum Engagement von Kommunen

Eine Welt beginnt vor Ort!

 

Die Landkarten auf der Internetseite der SKEW zeigen, welche Kommunen in Deutschland in ausgewählten Projekten der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und darüber hinaus entwicklungspolitisch aktiv sind. Zur Ansicht der Karten klicken sie hier.

 

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Weitere Informationen auf den Websites der Kommunen und auch unter www.engagement-global.de/aussenstelle-duesseldorf.html und https://skew.engagement-global.de/engagement-landkarten.html