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faire Moschee logo finalDie „Faire Moschee“ will Moscheegemeinden und andere muslimische Vereine und Initiativen einladen, aus einer islamischen Haltung heraus, über Themen der Einen Welt nachzudenken und konkret aktiv zu werden für  Fairness und Nachhaltigkeit. Es geht darum, ins Handeln zu kommen, sich auf den Weg zu machen, mit kleinen Schritten und gemeinsam.

Die „Faire Moschee“ möchte darüber hinaus auch Interessierte außerhalb der muslimischen Community einladen, mehr über die islamische Perspektive  auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu erfahren.

Was ist die "Faire Moschee"?

Mit Kindern Samenbällchen bauen und in der Stadt verteilen zur Rettung der Bienen- das ist Faire Moschee. Ein ökofaires Frühstück mit Nachbarn, Wasser sparen, Müll trennen und gemeinsame Stadtteileste feiern- auch das ist „Faire Moschee“.
Die „Faire Moschee“ entstand 2014 als Pilotprojekt aus der Zusammenarbeit des FSI Forum für soziale Innovation gGmbH  und des Wali aktiv e.V. Die Grundlage bildet ein Islamverständnis, das Gerechtigkeit als Prinzip der Religion versteht, und das alle Lebensbereiche durchdringt. Gerade Moscheegemeinden und andere Orte, an denen Muslime zusammenkommen und –wirken, sind ein wichtiger Raum für die Auseinandersetzung mit Werten der Gerechtigkeit. Sie sind ein Ort der Begegnung, des Austausches, der Wissensvermittlung, der Bildung und Erziehung. Dabei haben sie auch stets eine Vorbildfunktion. Im Rahmen des Pilot-Projekts haben sich vier einander bedingende Themenfelder herauskristallisiert“, die den Rahmen der Fairen Moschee abstecken:

Faire Moschee Schritte

Die Faire Moschee hat das Ziel, Themen, die uns alle angehen, wie z.B.  die Umweltzerstörung, ungerechte Arbeitsbedingungen in vielen Teilen der Welt usw., in die Moscheegemeinden zu tragen. Die Faire Moschee versteht sich dabei als BeWEGung, wobei die Betonung auf dem „WEG“ liegt. Gemäß der koranischen Aussage „ Rufe auf  zum Weg deines HERRN mit Weisheit und schöner Ermahnung (Sure 16, Vers 125)“ ruft die Faire Moschee dazu auf, sich auf den Weg zu mehr Gerechtigkeit im Kleinen wie im Großen einzusetzen. Faire Moschee werden heißt Faire Moschee sein! Eine Gemeinde kann sich nicht erst Faire Moschee nennen, wenn alle Aktivitäten innerhalb der Gemeinde nach ökologischen und sozialen Kriterien ablaufen. Vielmehr geht es darum, sich mit kleinen Schritten auf den WEG zu machen.

Sie möchten mehr über die Faire Moschee erfahren? Hier geht es zu der Internetseite www.fairemoschee.de

Oder informieren Sie sich direkt bei dem Projektleiter:

Redouan Photo

 Redouan Aoulad-Ali

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 Fon (0212) 2307839

 Mobil (0176) 70000398

 

 

Faire Moschee geht in eine neue Runde!

Kommunen sind gefragt

Das Projekt "Faire Moschee" wird stetig weiterentwickelt. Im Juni 2017 ist deswegen die neue Projektphase gestartet. Im Fokus steht jetzt das Zusammenspiel von Kommunen und Moscheengemeinschaften im Bereich Fair Trade.

Die Regionalstelle fragt bei dem Projektleiter Redouan Aoulad-Ali nach, was sich konkret hinter der neuen Projektphase verbirgt.

Lieber Redouan, wie bewertest du den Verlauf des Projekts „Faire Moschee“ bisher?
Ich verstehe „Faire Moschee“ als eine Bewegung, in der sich seit einigen Jahren immer mehr Akteure aus Kommune, Kirche, Moschee und Zivilgesellschaft vernetzen. Aus ihrer jeweiligen Rolle heraus unterstützen sich Moscheegemeinden und muslimische Vereine dabei, Fair-Trade-Themen und Themen der Resilienz im Vereins- und Gemeindeleben zu verankern. Diese Bewegung ähnelt dem Prozess, aus welchem sich vor geraumer Zeit auch die Eine-Welt-Szene insgesamt entwickelt hat.


Was konnte durch diese Bewegung schon konkret erreicht werden?
Wir haben in Kooperation mit unserer Pilotmoscheegemeinde Wali-Aktiv e.V., mit Hima e.V. und anderen Stakeholdern ein innovatives Konzept ausgearbeitet. Demnach sollen Moscheen getreu ihres Glaubens und ihrer Lebenswirklichkeit durch einen inklusiven Ansatz über die Religion dazu animiert werden ganz natürlich und unabhängig einen Beitrag zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) zu leisten.

 

Welche Herausforderungen gab es dabei?
Naja, wie in den meisten ehrenamtlichen Strukturen ist das Kontakthalten und am „Ball bleiben“ mit Moscheegemeinden die größte Herausforderung. Darüber hinaus ist hier vielleicht auch die direkte und kultursensible Ansprache wichtiger als in anderen Kontexten. Ja, und wir haben hier auch eine gewisse Verschlossenheit, die historisch mit dem „Gastarbeiterdenken“ einhergeht. Da ist an manchen Stellen auch Aufklärungsarbeit zu leisten.


Was ändert sich in dem neuen Projekt?
Das geplante Projekt basiert auf den Erfahrungen aus den in den letzten Jahren durchgeführten Prozessen „Faire Moschee NRW" und "Faire Moschee Deutschland". Dabei konnten wir feststellen, dass es viel Informations- und Sensibilisierungsbedarf in muslimischen Gemeinden in Deutschland rund um die Themen: SDGs, Fairer Handel, Konsum etc. gibt. Gerade die Flüchtlingssituation hat den engen globalen Zusammenhang von Klimawandel – Flucht – Konsum verdeutlicht. Auch deshalb müssen Akteure, die sich mit Themen der Einen Welt und Nachhaltigkeit aus einer islamischen Perspektive beschäftigen, in ihren Kommunen sichtbarer und mit kommunalen Vertreter*innen zusammen gebracht werden. In dem neuen Projekt wird es daher weniger um die Sensibilisierung der muslimischen Community gehen, sondern vielmehr nehmen wir den Gesamtprozess einer Kommune in Form einer Studie unter die Lupe.


Wie sieht das konkret aus?
Das Projekt heißt: "Aufbau kommunaler Netzwerke: Faire Moschee" und soll Initiierung und Erprobung von möglichen Kooperationsansätzen, Dialog- und Unterstützungsformaten zwischen kommunalen Akteuren aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft und an Fairem Handel interessierten Vertreter*innen von Moscheegemeinden ermöglichen. Damit soll zur Förderung des Bewusstseins für die Bedeutung des Fairen Handels und der Fairen Beschaffung beigetragen werden.

 

Was sind Rahmenbedingungen dieses Projektes?
In einem Zeitraum von 8 Monaten werden wir zunächst eine telefonische Interviewstudie mit 15 Kommunen durchführen. Interviewpartner*innen sind Verwaltungsangestellte, die in dieser Kommune (auch) mit Themen der Integrationsförderung, der Kommunalen Entwicklungspolitik (Fairtrade Town, Internationale Partnerschaften etc.) oder der Nachhaltigkeit beschäftigt sind. Ziel ist es zu erfahren welche Erfahrungen die Kommune
•    im Umgang mit Moscheegemeinden, islamischen Kultur- und Bildungsvereinen in Ihrer Kommune gesammelt hat und
•    welche Bedarfslagen sich nach Ihrer Einschätzung in Bezug auf die Zusammenarbeit mit diesen Organisationen für sie ergeben.
Die Ergebnisse der Interviewstudie werden wir dann in einem Auswertungsworkshop mit den Interviewpartner*innen diskutieren.
Aus diesen Kommunen wählen wir dann 3 Kommunen aus und begleiten sie in einem Pilotprozess. Es werden erste Impulse zum Aufbau einer kommunalen Kooperation mit Moscheegemeinden, islamischen Kultur- und Bildungsvereinen entwickelt. Zudem beschäftigen wir uns mit den bekannten Fragen rund um die „faire Moschee“. Die Prozessbegleitung wird durch von uns ausgebildete Berater*innen für das Thema „Faire Moschee“ unterstützt.  Zielgruppen sind z.B. zuständige Verwaltungsmitarbeiter*innen der Städte und Gemeinden, Kommunal¬poli¬ti¬ker*innen, muslimische Aktivist*innen und Multiplikator*innen der Zivilgesellschaft aus dem Bereich Faire Trade und Faire Beschaffung.


Welchen Mehrwert für die interkulturelle Öffnung der Eine-Welt-Arbeit siehst du in dem neuen Projekt?
Vor dem Hintergrund eines schwierigen gesamtgesellschaftlichen Klimas in Bezug auf die Integration von Geflüchteten und einer islamkritischen Debatte möchte die SKEW im Auftrag des BMZ kommunale Schlüsselakteure darin unterstützen, das Engagement im Sinne der SDGs und des entwicklungspolitischen Engagements zu erweitern und konstruktive Zugangswege zwischen muslimischen Gruppen und Eine-Welt Organisationen aufzubauen, Dialog- und Kooperationsformate zu erproben und neue Kooperationspartner zur Verankerung der Thematik einzubinden.


Was wünschst du dir für deine Arbeit im Bergischen Land?
Das, was ich mir für ganz Deutschland, Europa und die Welt  wünsche: Mehr Begegnungs- und Dialogmöglichkeiten über Entwicklungszusammenarbeit, um die Menschen im Guten zusammenzubringen und um großartiges gemeinsam zu erreichen. Wenn ihr das Projekt auch in eurer Kommune sehen wollt, dann meldet euch einfach bei mir.

 

Faire Moschee Schritte 2